Springe direkt zu Inhalt

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL)

07.10.2026

Sitz des Forschungsverbunds GWZ e.V., darunter das ZfL

Sitz des Forschungsverbunds GWZ e.V., darunter das ZfL
Bildquelle: Eike Becker Architekten

Die Bibliothek des ZfL ist eine wissenschaftliche Spezialbibliothek für interdisziplinär ausgerichtete Literatur- und Kulturforschung mit einem Gesamtbestand von rund 54.000 Bänden. Sie dient vorrangig der Forschungsarbeit der am ZfL Beschäftigten.

Das seit 1996 bestehende ZfL geht zurück auf das 1969 gegründete Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, in dessen BibliothekTeil-Konvolute mehrerer Büchersammlungen ehemals angegliederter Institute, Editions- und Forschungsprojekte eingegangen sind.

Nachdem 2023 ein kleines Konvolut französischsprachiger Bücher entdeckt wurde, das nachweislich NS-Raubgut enthält, wird auf Grundlage des Verdachts, dass sich in der Bibliothek des ZfL noch weitere unrechtmäßig entzogene Bücher befinden, eine systematische Bestandsprüfung durchgeführt.

Im Zuge der Recherche wird der gesamte Buchbestand des ZfL mit einem Erscheinungsjahr vor 1945 – insgesamt mehr als 5.000 Titel – systematisch auf kritische Provenienzen gesichtet. Sämtliche Exemplare und ihre Provenienzmerkmale werden im Rahmen einer Autopsie fotografisch wie schriftlich dokumentiert, die Ergebnisse anschließend in die für Provenienzforschung relevanten Online-Datenbanken eingearbeitet. Ziel ist es, festzustellen, bei welchen Objekten ein NS-verfolgungsbedingter Entzug vorliegt, um diese an die rechtmäßigen Erb:innen restituieren zu können.

Neben den physischen Bänden dienen die vorhandenen 70 Zugangsbücher der diversen Vorgängerbibliotheken als zentrale Primärquellen. Sie liefern relevante Hinweise auf die vielfältigen Erwerbungswege und verdächtige Provenienzen; etwa zu Bänden, die über die Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände der DDR verteilt wurden.

Bereits im Juni 2025 war das ZfL mit 93 Bänden an der Restitution von insgesamt 221 Büchern an die Erb:innen des jüdischen Pariser Anwalts Henry Torrès (1891–1966) beteiligt, dessen Bibliothek in Paris von den deutschen Besatzern geplündert worden war. Die Rückgabe erfolgte auf der Konferenz Recovered Memories der französischen Kommission für die Restitution von Kulturgütern und die Entschädigungen der Opfer antisemitischer Enteignungen (CIVS) in Paris.

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V.
Pariser Straße 1
10719 Berlin

www.zfl-berlin.org/projekt/ns-raubgut.html

Kontakt:

Projektleitung:
Dr. Dirk Naguschewski
Email: naguschewski@zfl-berlin.org
Tel: +49 / (0)30 / 20192-180

Projektbearbeitung:
Dr. Anne Haeming
Email: haeming@zfl-berlin.org
Tel: +49 / (0)30 / 20192-172




Zur LCA-Datenbank