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Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin

14.09.2023

HU_Lesesaalterrassen

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Bildquelle: Matthias Heyde

Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin

Die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität wurde 1832 eröffnet und ist die älteste Universitätsbibliothek Berlins. Der Bibliotheksbestand ist auf 13 Standorte verteilt. Der größte Teil des Altbestands befindet sich heute im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum. Wie in vielen anderen deutschen Bibliotheken gingen in der UB ab 1933 verfolgungsbedingt entzogene oder in besetzten Gebieten geraubte Bücher ein. Auch nach 1945 gelangte weiter Bibliotheksgut kritischer Herkunft in die Bibliothek, nunmehr über den Antiquariatshandel, den Bibliothekstausch und die Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände. Aufgrund des großen Umfangs des Altbestands, der an eine Million Einheiten heranreicht, und der komplexen Bestandsgeschichte hat die Universitätsbibliothek noch eine gute Wegstrecke vor sich bis zur kompletten Aufarbeitung der Erwerbungsgeschichte in der NS-Zeit.

Projekte zur Erwerbungsgeschichte der UB während des Nationalsozialismus

Derzeit werden systematisch die Erwerbungen von 1933 bis 1945 der früheren Zentralen Universitätsbibliothek untersucht. Die Recherchen leitet Frau Dr. Cornelia Briel. Als Grundlage dienen die Akzessionsjournale (Erwerbungsunterlagen) der UB. Die Zugänge werden anhand des Katalogs, der überlieferten Archivalien und des erhaltenen Originalbestands überprüft, Raubgut sowie verdächtige Bestände dokumentiert und eine Restitution vorbereitet. Das Projekt wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert. Hier finden Sie weitere Informationen.

Provenienzrecherchen zu unrechtmäßigen Erwerbungen in der NS-Zeit gehen an der UB auf das Jahr 2000 zurück. Die ersten Recherchen erbrachten jedoch unvollständige Ergebnisse, nicht zuletzt, weil sie jeweils auf wenige Monate begrenzt waren. Anke Quast befasste sich mit verdächtigen Lieferanten in den Erwerbungsjahren 1933 bis 1945. An diese erste Sichtung knüpften 2002 Inge Emskötter und Karen Schmohl an, deren Recherche-Schwerpunkt Bücher jüdischer Provenienz und Zugangsunterlagen aus den Jahren 1941 und 1942 waren. Die Provenienz Agathe Lasch, der ersten Germanistik-Professorin in Deutschland, erforschten 2008 eingehend Sonja Kobold und Matthias Harbeck. Die identifizierten Exemplare wurden den Nachkommen von Agathe Lasch zur Restitution angeboten und von diesen zu einem großen Teil der UB als Geschenk überlassen.  

Zweigbibliotheken und Provenienzgeschichte

Die Instituts- und Seminarbibliotheken der Humboldt-Universität wurden erst mit der dritten Hochschulreform 1969 in der DDR organisatorisch der Zentralen Universitätsbibliothek unterstellt. Deshalb haben sie jeweils eine eigene Bestandsgeschichte und heterogene Archivquellen. Die Standorte wurden im Lauf der vergangenen Jahrzehnte fortlaufend konzentriert und Altbestände integriert. Am umfassendsten dokumentiert ist die Situation der ehemaligen Zentralen Universitätsbibliothek, vor allem durch die sorgfältig geführten und fast lückenlos erhaltenen Zugangsbücher. Ziel ist es, die Provenienzgeschichte des gesamten Bibliotheksbestands aufzuarbeiten.

Provenienzforschung

An der UB ist die Abteilung Historische Sammlungen dafür zuständig, die Provenienzgeschichte der Bibliothek zu erschließen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht auf Raubgutrecherchen, sondern widmet sich der Provenienzgeschichte und -dokumentation des gesamten historischen Bestands.

Sonja Kobold, Matthias Harbeck: „Aus der Bibliothek Agathe Lasch“. Berlin 2008.

Akzessionsjournale der Bibliothek

Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Abteilung Historische Sammlungen
Dr. Yong-Mi Rauch
Unter den Linden 6
10099 Berlin

https://www.ub.hu-berlin.de

Email: rara@ub.hu-berlin.de

Tel. +49 30 2093 99280

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