Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
05.03.2025
Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin untersucht ihre Bestände systematisch auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut. Ziel dieser Arbeit ist es, unrechtmäßig entzogene Bücher zu identifizieren, ihre Herkunft zu klären und – sofern möglich – eine Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümerinnen und Eigentümer oder ihre Erben zu ermöglichen.
Bereits seit Ende der 1980er Jahre ist bekannt, dass sich NS-Raub- und Beutegut in den Buchbeständen der Universitätsbibliothek befindet. In den 1990er Jahren kam es in einzelnen Fällen zu Rückgaben an ehemalige rechtmäßige Eigentümerinnen und Eigentümer oder ihre Erben, die auf Zufallsfunden beruhten.
Mit der Washingtoner Erklärung (Washington Principles) von 1998, die von Deutschland und vielen anderen Staaten unterzeichnet wurde, sowie der „Gemeinsamen Erklärung“ von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden von 1999 als nationaler Umsetzung erfolgte eine maßgebliche Weichenstellung für die Erforschung von NS-Raubgut in öffentlichen Einrichtungen. Diese Vereinbarungen bilden bis heute in der Bundesrepublik Deutschland die Grundlage für die Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in Museen, Archiven und Bibliotheken.
Arbeitsstelle Provenienzforschung
Vor diesem Hintergrund wurde 2013 an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin die Arbeitsstelle Provenienzforschung eingerichtet. Sie widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung der Herkunft und der wechselnden Besitzverhältnisse von Büchern in den Bibliotheksbeständen der Freien Universität Berlin und macht ihre Ergebnisse öffentlich zugänglich.
Das Team untersucht insbesondere Bücher mit einem Erscheinungsjahr vor 1946 auf Hinweise früherer Eigentümerinnen und Eigentümer – sogenannte Provenienzspuren wie Stempel, Exlibris oder handschriftliche Einträge. Neben der systematischen Recherche in den Bibliotheksbeständen werden auch Sammlungen gezielt untersucht sowie Neuzugänge und Schenkungen geprüft.
Alle identifizierten Provenienzen und Rechercheergebnisse werden in der kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets (LCA) dokumentiert und sind dort öffentlich online einsehbar.
Förderung von Forschungsprojekten durch das Zentrum für Kulturgutverluste (DZK)
Freie Universität Berlin
Universitätsbibliothek
Arbeitsstelle Provenienzforschung
Garystraße 39
14195 Berlin
https://www.fu-berlin.de/sites/ub/ueber-uns/raubgut/index.html
Email: restitution@ub.fu-berlin.de
Tel.: +49(30) 838 71764


